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Who Cares?! Offline

The Prince/Princess


Beiträge: 790

13.03.2009 20:14
#31 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten

Ich weiß nicht ob ich schmunzeln und weinen soll... das ganze ist traurig aber wahr


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King_Nothing Offline

Lateral Fault Line


Beiträge: 8.088

13.03.2009 22:26
#32 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten

Zitat von mig
In Antwort auf:
Er ist seriös, weil er Hemd und Krawatte trägt und weiße Haare hat. Und weil wir Ihnen sagen, dass er ein Experte ist. Wir haben ihn in der Redaktion auf Kurzwahl, denn er kann knallig formulieren und lebt so richtig auf, wenn wir mit unserer Kamera vorbeikommen.

Richtig, richtig... gar nicht mal einer der Knallerpunkte, dennoch sehr gut beobachtet. Kein weiterer Beitrag der erregten Internet-Userschaft, dass Computerspiele diskreditiert werden. Das hier spricht so ziemlich alles an... aber wie schon gesagt, das mit dem Experten ist sooo wahr. Kennt ihr Prof. Dr. Jo Groebel? Der ist Medien-Medienexperte... spricht also als Medienwissenschaftler über Medien, für die Medien... dabei habe ich in meinem Studium der MEDIENwissenschaften noch nie etwas von ihm gelesen, ich kenne den Typen nur als Experten verschiedener Sender, von ARD bis RTLII.
Zitat von mig
In Antwort auf:
Stattdessen ein Bericht über ein “Twitter”, wo Menschen, die überwiegend nicht einmal Journalisten sind, substanzlose Gerüchte austauschen und es sogar wagen, unsere Berichterstattung zu kritisieren.

Besser: Stattdessen ein Bericht und ein "Twitter", was mit den Ereignissen nichts zu tun hat. Lieber springen wir, wie alle anderen auch, auf den Hype-Zug auf, denn wer weiß schon ob der nochmal wiederkommt? Dabei bemerken wir nicht, dass Foren seit mehr als einem Jahrzehnt das gleiche leisten, und sich - zu Recht - keiner dafür interessiert. Aber wir wollen schließlich zu den coolen Kids gehören, und ziehen deswegen nicht den Schluss, dass es überall Menschen gibt wo etwas passiert.

Bäh! Aber echt mal... dieser Twitter-Hype geht mir noch mehr auf den Sack, als Second Life vor etwas über einem Jahr - und wird hoffentlich das gleiche Schicksal erleiden. Wer interessiert sich für inhaltsleere "Tweets" über richtiges Strickgarn, gewaschene Wäsche, die 3,0 in Steuerrecht III bei Prof. Höger? Und warum ist "Twitter" so toll bei dramatischen Ereignissen... subjektive, dünne Postings, geschrieben von journalistisch Ahnungslosen. Wer dem dann auch noch "Authentizität" bescheinigt, der hat sich als Journalist selber ins Knie geschossen. Zumal es eh töricht ist etwas authentisches gut zu finden. Wenn ich behaupte, und dabei der festen Überzeugung bin, dass es regnet wenn der liebe Gott im Himmel den Abwasch macht, dann ist das authentisch, aber schlicht dumm und falsch.
Twitter: geh sterben!


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mig Offline

Veritas † Aequitas


Beiträge: 6.208

16.03.2009 22:18
#33 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten
In Antwort auf:
Jochen Kalka, der Chefredakteur der Branchenzeitschrift „werben & verkaufen”, kommt aus Winnenden. Er berichtet auf wuv.de aus der Stadt.
Er schreibt über die Trauer, die Hilflosigkeit und die Wut der Menschen dort. Und er schreibt über die Verkommenheit so vieler Kollegen.

Winnenden: 100 Euro für eine Tränen-Aufnahme

Medien-Terror in Winnenden: Die Sensationskarawane zieht weiter




Lesenswert


He took a licking
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King_Nothing Offline

Lateral Fault Line


Beiträge: 8.088

17.03.2009 00:19
#34 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten

Top! Weder Wut, noch Polemik oder Vehikel zum Eigennutz... einfach nur treffend! Sehr stille Kommentare, und gerade deswegen ziemlich wuchtig.
Muss man auch nicht weiter kommentieren. Einfach lesen und weiter empfehlen.


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Saber Rider Offline

Godfather of Metal


Beiträge: 6.461

17.03.2009 00:22
#35 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten

Ich kann gar nicht beschreiben wie sehr mich die deutsche Medienlandschaft zur Zeit anekelt.

Unmöglich.

Who Cares?! Offline

The Prince/Princess


Beiträge: 790

18.03.2009 18:31
#36 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten

Ich hatte schon immer befürchtet, dass das teilweise was im Fernsehen gezeigt wird irgendwie gestellt ist... traurig aber dieser Artikel bestätigt das... mir fehlen die worte


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S.O.D Offline

ME†AL MESSIAH


Beiträge: 6.630

18.03.2009 20:46
#37 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten
mich wunderst das nicht

andere Frage
Amokläufe an Schulen kenn ich nur von den USA und nun auch wieder aus Deutschland.
Aber gibt es so was auch in England, Frankreich, Italien, Holland, etc. auch ????
wenn ja, warum hört man nichts davon (mir zumindest ist jetzt im Moment kein Fall bekannt)
wenn nein, warum haben nur "wir" dieses Phänomen ???


Bye
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Saber Rider Offline

Godfather of Metal


Beiträge: 6.461

18.03.2009 23:11
#38 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten

Bisher hab ich aus dem Rest Europas nix mitbekommen.
Nen Grund dafür kann ich auch nicht nennen, es sei denn Ganztagschulen haben ein klein wenig was damit zu tun. Ich weiß es nicht.
Mittlerweile wird mir die Idee einer Ganztagschule und Schuluniformen für die Unterstufen und Grundschule sowieso immer sympatischer.

-Orion- Offline

Godfather of Metal


Beiträge: 5.412

18.03.2009 23:28
#39 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten

Warum wird überhaupt immer über die Ganztagsschule debattiert aber das dreigliedrige Schulsystem wird als der heilige Grahl angesehen?
Meiner Meinung nach ist es so ziemlich das Hauptproblem hierzulande...





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Saber Rider Offline

Godfather of Metal


Beiträge: 6.461

18.03.2009 23:44
#40 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten

Das dreigliedrige Schulsystem wird von vielen als bessere Chance gesehen Individuen auf ihrem Weg zu fördern und einen "Einheitsbrei" zu vermeiden.

The.one.horseman Offline

5th Horseman

Beiträge: 2.459

19.03.2009 00:02
#41 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten
Ach, dieser Ganztagsschulenquark. Den Menschen am untersten Rand der Gesellschaft wird das auch nicht helfen. Im Gegenteil, Für die wird es noch mehr Frustration geben und im Gegenzug die sogenannte Elite ausgebremst. Beides fatal für ein Land der Sozialstruktur Deutschlands. Die ganze Schuld auf Schule und co abzuwälzen ist eh ebenfalls Quark. Wie bereits erwähnt ist es mittlerweile so, dass es mittlerweile jedes Mal so, dass ein regelmäßiger Hype nach Amokläufen in der Presse entsteht. Jugendliche würden ohne diese tatsache garnicht auf die Idee kommen, sowas zu machen. (war das Beispiel mit der Berichterstattung über Selbstmorde in den 80ern, die nach Einstellungen dieser zurückgingen hier im Forum?) und auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, spielen Dinge wie Gewalt in Medien wie Filmen und Computerspielen durch Modelllernen AUCH eine Rolle. Sie sidn zwar nicht alleinige Ursache, aber immerhin mit ausschlaggebend. Die Summe machts in diesem Fall. Deswegen ist die Mehrheit der Shooter-spieler auch nicht gewalttätig. Hab vorm Studium auch anders gemacht, aber seit ich mich mit Dingen wie dem unbewussten Modelllernen beschäftigt hab, weiß ich, dass es Dinge wie Indizierungen nicht ohne Grund gibt. Hier muss der Unterschied zwischen Gesamt-Ursache und Auslöser erkannt werden.

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Ein mann für Schland

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King_Nothing Offline

Lateral Fault Line


Beiträge: 8.088

19.03.2009 02:06
#42 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten
Hm, nur Herr Kollege: Sie vergessen, dass jede Theorie ihren Pferdefuß hat. Nach wie vor können Studien außerdem keinen Zusammenhang zwischen Spielen und Gewalt aufzeigen. Es gibt viele Argumente, die logisch klingen, und den Zusammenhang herstellen, und nur wenig bis keine Argumente, die zeigen dass Computerspiele aggressives Verhalten fördern (oder als ein Faktor unter vielen wirken). Das ist ein bisschen so, als ob man beweisen muss dass es Gott nicht gibt, was irgendwie kaum möglich ist. Dagegen sind schnell Leute zur Hand, die Gottes Wirken mit blutweinenden Marien, Nahtoderfahrungen, Visionen, etc. begründen.
Und wenn man Modelllernen nimmt, dann hat man schnell eine ganze Gesellschaft unter Generalverdacht, und nicht nur Computerspiele. Und sowas ist einerseits nicht gewünscht, und andererseits (so wahr es sein mag, dass die Gesellschaft im gesamten viele Menschen krank macht und zu irrationalen Taten treibt) auch gar nicht aufdröselbar, denn gesellschaftliches Verhalten lässt sich höchstens nur begleiten, nicht verändern. Niemand ändert den grummeligen Rentner, der dir aus Frust über die Jugend den Gehstock zwischen die Beine schiebt. Niemand ändert die Auswahl der brutalen Themen, über die in den Medien gesprochen wird. Niemand ändert Familien, die zu verwandtschaftlich organisierten Halbtags- bis Vierteltagserziehungseinrichtungen geworden sind, weil kaum noch Zeit für die Kinder ist wegen Job, Scheidung und einer allgemein komplexeren Lebenswelt, als noch in den 50ern. Niemand ändert die feindliche Kultur des persönlichen, beruflichen Wettbewerbs, in dem sich die heutige Generation wiederfindet. Gerade der letzte Punkt sorgt gerade dafür, dass sich die Zahl der Studenten und Arbeitseinsteiger, die sich in psychotherapeutischer Behandlung befinden, gerade stattliche Zuwachsraten genehmigt. Was lernt also der junge, noch instabile und fürs Leben lernende Mensch daraus? Dass die Welt da draußen feindlich ist, dass derjenige gewinnt, der am fiesesten ist, am meisten Macht hat. Sowas lehren auch Computerspiele, sind aber mitnichten Auslöser für gewalttätiges Verhalten. Oftmals sind es vielleicht sogar Ventile, die dann aber irgendwann nicht mehr reichen. Maps von Schulen werden schließlich nicht zu Trainingszwecken gebaut, um in der echten Schule möglichst viele Leute abzuknallen. Sie sind Ventile für die Frustrationen. Die Probleme gehen jedoch nicht weg, jedenfalls nicht bei den Amoktätern. Sie verstärken sich, und sie sind nicht in der Lage sie abzubauen, oder Hilfe anzunehmen oder zu suchen. Wer Computerspiele verbieten will, weil sie Teil einer vermeintlichen Kausalkette sind, dann sollte man wohl besser auch unter Strafe stellen keine Freunde zu haben. Spiele sind nicht Verursacher sondern Folgen eines Problems. Es wird nur leider keinen jugendlichen Amoktäter geben, der ohne "Killerspiele" ist, weil sich diese Spiele halt so perfekt als Ventile anbieten, die diese Kinder brauchen (obwohl sie anderes nötig hätten, wie Liebe, Zuwendung, Interesse, Lob und Förderung).

In einer Welt ohne Computerspiele wird übrigens auch getötet, war schon immer so. Auch in so einer Welt gab und gibt es Amoktaten. Nehmen wir die Medien, und ihre konstante, geifernde Berichterstattung, so ist doch längst klar, dass das für viele Kinderu nd Jugendliche als einzige Chance gesehen wird mal ganz oben zu sein, es allen zu zeigen, das Interesse ist ja da. Damit prägen sie ihren Namen in die Geschichte ein. Nehmen wir dieses Element weg, dann hätten wir für viele Leute sicherlich einen gewichtigen Grund weniger so ein brutales Massaker anzurichten. Und in einer Welt ohne Computerspiele, und sogar ohne Sensationsmedien gäbe es Amokläufe. Warum, das habe ich eingangs beschrieben. Es ist die Gesellschaft, und wie ihre Mitglieder miteinander umgehen, wie sie sich selber täglich sagt, wie sie leben will, im Grunde aber damit unzufrieden ist. Und das vermisse ich in dieser Debatte (allgemein, nicht hier im Forum): dass mehr über die Bedürfnisse von jungen Menschen geredet wird. Dass etwas getan wird, und sich mehr Leute wieder um diejenigen sorgen, die ohnmächtig dieser Welt gegenüberstehen, weil sie noch zu jung sind ein selbstbestimmtes, relativ glückliches Leben zu führen. Solange man nicht erwachsen ist, und sein eigenes Leben starten kann, muss man lernen was es heißt mit dieser Freiheit umzugehen. Kinder vor den Fernseher zu schieben bringt dabei nichts, denn es nimmt ihnen nicht die Angst vor Verantwortung, sozialen Kontakten und Selbstbestimmtheit. Sowas können weiterhin nur Menschen vermitteln, am besten natürlich die eigenen Eltern, denn die haben einen reichen Erfahrungsschatz, können Kinder in die richtige Richtung lenken, sie vor Fehlern bewahren, die sie selber damals gemacht haben. Aber das wichtigste ist, dass sie das Gefühl geben, dass das Kind jederzeit die Hilfe bekommt, die es braucht. Es kann doch nicht sein, dass man sie sich selbst überlässt, mit Ablehnung, psychischen Problemen, Zukunftsangst, etc... ein Kind ist doch kein Gast im Haus der Familie. Ein Kind sollte doch immer das sein, was bestehen bleibt, wenn die Eltern abtreten. Kann es Eltern dann egal sein, was aus ihrem Vermächtnis wird?

Irgendwie schäme ich mich auch ein wenig, dass ich so sehr in den letzten Tagen sinnlose Argumente mit sinnlosen Gegenargumenten bekämpft habe, was diese Tragödie angeht. Es geht nämlich nicht um Computerspielverbot vs. Computerspielverteidigung, oder Medienkritik, oder, oder, oder. Um was geht es also? Es geht um Menschen. Und um die Tatsache, dass es mich traurig macht, dass so etwas in unserem Land, unserer Gesellschaft, unserer "Wertegemeinschaft" möglich ist... nicht weil es MIR Angst macht, ich könnte irgendwann bei einem Amoklauf sterben, auch nicht so sehr, dass es wieder Leute treffen wird, die bei einem Amoklauf sterben werden, sondern weil es solche arme, verletzte und verunsicherte Menschen gibt, die täglich überall in ganz Deutschland leiden und sich nicht freuen können den nächsten Tag zu leben. Noch trauriger macht es mich, dass sie sich nicht helfen können, und dass ihnen niemand hilft oder helfen will. Wir sind so sehr auf uns bedacht, dass wir nicht zur Seite blicken. Vielleicht sollten wir das tun, mal in unseren Köpfen zulassen, dass es Leid gibt, und das nicht einfach wegschieben. Es braucht nichts übermenschliches, um zu helfen. Freundlichkeit und Offenheit reicht in den allermeisten Fällen. Man wird auch erstaunt sein, wieviel es einem selber bringt.
Ein Beispiel daher noch, bevor ich diesen überlagen Beitrag beende: An einer S-Bahnstation in Düsseldorf, an der ich oft ein- und aussteige, steht unten am Treppenaufgang öfters der gleiche Obdachlose. Er fragt jeden höflich um ein wenig Geld. Meistens wird er ignoriert. So oder so habe ich noch nie jemanden gesehen, der ihm Geld gibt, obwohl er nicht penetrant wird. Ich bin oft auch so jemand, und das mag ich an mir auch nicht. Meist denke ich halt diesen schlimmen Gedanken, dass er es ja für Drogen ausgeben wird, wobei meine Weigerung ja eh nichts an seinem Drogenproblem ändert. Jedenfalls zurück zum Obdachlosen in der S-Bahnstation: er machte mir nie den Anschein, als ob er das Geld auf den Kopf haut, und aus diesem idiotischen Grund habe ich ihm auch Geld gegeben. Nach ein paar Spenden an ihn merke ich jedoch, worauf es wirklich ankommt: Respekt - egal ob er Drogen nimmt oder nicht. Ich kann nicht sagen, ob er welche nimmt, aber eines weiß ich: dass er mich mit Respekt behandelt, und es auch verdient genauso behandelt zu werden. Es steckt mehr hinter solchen Menschen, als man glaubt, weil man in Stereotypen denkt, damit man das Leid schnell in dunkle Ecken schieben kann. Dieser Mensch von der S-Bahnstation ist ein unglaublich netter Mann, wenn man davon wegkommt ihn zu ignorieren. Er wünscht mir jedes Mal eine gute Heimfahrt, und heute meinte er zu mir dass ich zuhause mal meinem Kopf ein wenig Entspannung gönnen soll (zuvor hat er gefragt, ob ich gerade von der Arbeit komme, oder ob ich Student sei). Ich sagte ihm heute übrigens, dass das wohl nicht möglich sei, da ich noch eine Hausarbeit schreiben müsse bis zum Ende des Monats, und dass ich noch nicht angefangen habe. Mit einer Floskel sagte ich ihm, dass ich halt ein wenig faul sei, obwohl es andere Gründe hat, dass ich so sehr im Verzug bin. Aber anstatt mein Palaver von der Faulheit so hinzunehmen meinte er nur: "Nein, das ist keine Faulheit. Manchmal lassen es die Umstände halt nicht zu, so ist das eben."
Damit hatte er voll ins Schwarze getroffen, und ich war echt beeindruckt. Ich wette es gab beim Tim auch eine Menge wertzuschätzen. Schade, dass man so oft aneinander vorbeiläuft.


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King Nothing

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-Orion- Offline

Godfather of Metal


Beiträge: 5.412

19.03.2009 09:52
#43 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten
Zitat von Saber Rider
Das dreigliedrige Schulsystem wird von vielen als bessere Chance gesehen Individuen auf ihrem Weg zu fördern und einen "Einheitsbrei" zu vermeiden.


Das ist natürlich klar,nur sehe ich soviele Nachteile darin.Auch wenn ich keine stichhaltigen Quellen angebe so wird man mir sicher glauben dass Hauptschulen und Gymnasien jeweils eine soziale Klasse wiederspiegeln und schon somit im extrem jungen Alter in eine 2 Klassen-gesellschaft differenziert wird.Dass die sozial schwächeren bei einem einheitlich System das Niveau runterziehen würden denke ich nicht,es funktioniert ja sonst überall auf der Welt.Die Lernatmosphäre auf Hauptschulen ist jedenfalls ziemlich schlecht da man weiss dass man als "Abschaum der Gesellschaft" abgetrennt ist und das kann keine Grundlage sein.
Und zur indivduellen Förderung: Ab dem 15. oder 16. Lebenjahr ist es ja in Ordnung,aber was will man ab dem 10. fördern?
Zu Ganztagsschulen: Bei sinnvollen Kursen oder AGs,warum nicht?Ich wünschte zu meiner Zeit an meiner Schule gäbe es was anderes als nur die Russisch-AG.





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S.O.D Offline

ME†AL MESSIAH


Beiträge: 6.630

19.03.2009 10:09
#44 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten

Gestern Abend auf Stern TV war auch ein Bericht über den Amoklauf, und da haben sie einen wichtigen Punkt angesprochen, den ich so noch gar nicht wusste. Die 3 „großen“ Amokläufer der letzen Jahre hier in Deutschland, lebten alle in einer Familie mit Sportschützen. Hatten also alle „ganz leichten Zugang zu Waffen“. Ist das auch nicht ein Hauptpunkt, dass die Hemmschwelle ein Waffe zu benutzen bei solchen Kids, die „ballerwütige“ Eltern haben, viel niedriger als bei „normalen“ Kids ist ????
Zudem wurde berichte das in Deutschland 10.000.000 Waffen in legalem privatem Besitz sind, eine Zahl die ich auch nicht so hoch eingeschätzt hätte. Weiterhin frage ich mich ob bei uns wirklich jede Handfeuerwaffe ihre Berechtigung als „Sport“ oder „Jagdwaffe“ besitzt.


Bye
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Saber Rider Offline

Godfather of Metal


Beiträge: 6.461

19.03.2009 16:58
#45 RE: Amoklauf in Winnenden Antworten
In Antwort auf:
Den Menschen am untersten Rand der Gesellschaft wird das auch nicht helfen.

Von denen hat ja auch keiner geredet. Dieser Tim kam ja auch nicht aus dem "untersten Rand der Gesellschaft".
Es geht darum den eh schon völlig überforderten Eltern wenigstens etwas Last abzunehmen, den Unterricht durch mehr Zeit stressfreier zu machen und den Schülern etwas kontrolliertere Hobbies zu geben anstatt sie zuhause vor der Glotze versauern zu lassen.

Dass Video/Computerspiele Abstumpfung und Gewaltpotenzial fördern können streitet ja auch niemand ab. Aber genau hier sollten die Eltern einschreiten, wenn es das eigene Kind damit übertreibt.
Das können sie in der heutigen Welt allerdings in den meisten Fällen nicht mehr. Das haben wir unserem tollen Fortschritt zu verdanken.

Der für mich völlig logische Schluss den man daraus ziehen muss ist, den Eltern da unter die Arme zu greifen und wie könnte man das praktischer wie mit ner Ganztagsschule?

@SOD
Natürlich erfüllen viele Waffen nicht mehr den Zweck des Sport oder Jagdschießens, aber so ist es halt. Die Faszination des "größer, stärker, lauter" gilt für Schusswaffen natürlich genauso wie für Autos oder sonstiges Hobby. Der Mensch ist einfach so gestrickt. Nur finde ich sollte man bei Schusswaffen eine Ausnahme machen, denn Schusswaffen haben den primären Zweck etwas oder jemanden zu erschießen. Sicher, durch Autounfälle sterben jedes jahr auch Millionen von Menschen, aber es ist nicht der primäre Nutzen eines Autos andere Menschen zu überfahren.
Und genau hier liegt der Hund begraben. Man will virtuelles schießen verbieten, genehmigt aber reelles.
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